daniela span - timeline


September 2011 "the process babylon"
offener kunst-prozess im kooio, innsbruck

Oktober 2011 "babylon - vertikale positionen"
münzerturm, hall in tirol





Zum Prozesshaften im Allgemeinen und in der Kunst:
"Alles ist Veränderung" - also, alles ein sich ständig wandelnder Vorgang oder Prozess, ohne Anfang und Ende.

Die Anschauung, die Kunst im Prozess des Entstehens und des Vergehens zu sehen, ist seit Urzeiten einer der philosophischen Ansätze einer ganzheitlichen Lebenssicht.

In der Kunst der Moderne seit Joseph Beuys (in der "Sozialen Plastik" zum Ausdruck gebracht) entwickelte sich hier eine umfassende Ansicht von Gesellschaft und von Prozessen, die imstande sind, diese zu gestalten und mit zu verändern.

Alles bedingt sich gegenseitig und Ursache und Wirkung kommen zum Tragen.

Wobei hier schon die Frage auftaucht, bedingt nicht nur die Ursache die Wirkung, sondern auch im Gegenteil Wirkung auch eine Ur-Sache?

Hier setzt die intensive Forschung an, besonders auch die der Be-Griffe und ihrer eigentlichen Be-Deutung.

In der Kunst sind viele Sprachformen und Spiel-Arten möglich.

Das ist auch der Grundgedanke von "the process babylon":

Verbindungen schaffen, Kunstsprachen und Formen zu einem Ganzen zu wirken, auf die Ur-Sache zu sprechen kommen, den Ego-Kult unserer Welt, auch der Kunst-Welt, zu verlassen.

Den spontanen Entstehungsvorgang geschehen zu lassen, von innen nach außen zu gehen - in jeder Beziehung das Momentane zu integrieren.

Dazu gehört natürlich vor allem die Öffnung nach außen, nicht der geschlossene Zirkel.

So ist die Möglichkeit vorhanden, aus Alltagssituationen Kunst werden zu lassen, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen.

Heute geht es darum, Markierungen, Spuren zu hinterlassen und diese weiter zu verfolgen.

Es geht um die Authentizität des Lebens.

Es gibt keine Perfektion und doch ist alles perfekt - dieser so genannte Wider-Spruch kann gewisse Normen aufheben.

Hier beginnt die Forschungsarbeit der "Gesellschaft der Wirklichkeitsphilosophen". Diese widmet sich der Erforschung der vielen individuellen Wirklichkeiten, die hier nicht als gegeben hingenommen, sondern nur als einer von vielen möglichen Aspekten betrachtet werden.

C.G. Jung spricht zwar von einem kollektiven Unbewussten, das uns alle prägt und von Archetypen, denen wir alle unterliegen. Trotzdem nimmt jedes Individuum auf einzigartige Weise seine Welt wahr.

Daher drängt sich die Frage auf - wie erkennt der Mensch die Wirklichkeit?

Verbindet uns ein universeller Energiefunke oder sind wir völlig allein mitten im Universum?

Ist Energie nur ein Nutzfaktor oder ist sie das Element, das Vernetzung unter den Menschen erschaffen kann?

Vielleicht ist es die Rolle eines Künstlers, einer Künstlerin, diese Fragen zu stellen, nicht nur ein Hofnarr zu sein, sondern auch ein Pfad-Finder oder Botschafter zwischen verschiedenen Welten.

Musik schwingt nach im Zuhörer, Bildende Kunst braucht den Akt des Werdens, genauso wie den Vorgang der Reflexion oder Interpretation. Ein Ansatz, der sowohl im Leben, wie auch in der Kunst, also der philosophischen und kreativen Reflexion über das Leben, den Tod und seine Erscheinungen, Gültigkeit besitzt.

Davon ausgehend wird sich die KünstlerInnen - Gruppe Wildwuchs drei Wochen lang im kooio . forum für kunst und kommunikation prozesshaft mit dem Thema "Babylon" auseinandersetzen, das hier stellvertretend für den Zustand unserer heutigen Gesellschaft steht, und sich interaktiv in Beziehung bringen.

Die teilnehmenden KünstlerInnen aus verschiedenen Sparten wie Musik, Literatur, Film, Fotografie, Malerei und Objektbau werden dort auf einander zu arbeiten und übergreifend auf das Thema eingehen.

Hierzu sind ebenso BesucherInnen, wie spontane TeilnehmerInnen erwünscht, die sich am Prozess beteiligen und ihre Spuren hinterlassen können.
Der Prozess ist völlig offen und die Spuren, Fragen oder Ergebnisse, die entstehen, werden sich im darauf folgenden Symposium in Hall - Münzerturm präsentieren und weiter entwickeln.


Gerlinde Richter-Lichtblau
(Melans, 2011)


The Process Babylon ist eine Aktion im Rahmen des Symposiums der anderen Art Babylon - Vertikale Positionen

The Process Babylon

Offener Kunst-Prozess im kooio
Mariahilfstraße 40, Innsbruck
12. - 30. September 2011
mo - fr 15- 19h
Arbeit der KünstlerInnen vor Ort
open space für alle Interessierten


Babylon - Vertikale Positionen

Symposium
Münzerturm, Burg Hasegg 6, 6060 Hall in Tirol

2. - 30. Oktober 2011
geöffnet täglich außer Montag 10 - 17h

2. - 8.10.
Arbeit der KünstlerInnen vor Ort

Sa 8.10. ab 19h
Eröffnungspräsentation
Klangperformance von Pachamama
Musikperformance von Juicyevilbananifini
9. - 30.10.
Ausstellung Babylon - Vertikale Positionen

25.10. im Rahmen des Haller NIghtseeing
ab 19.30h
Kurzfilme: Feuerkopf von Walter Meissl,Jahressuppe von Philosophisches Reisebüro, Babylon von Manuel Gabriel und Lisa Kraml
ab 22h
Modenschau von Manufaktur Herzblut

teilnehmende KünstlerInnen und Gruppen:

Manuel Gabriel
Gesellschaft für Wirklichkeitsphilosophie
Simon Handle
Juicyevilbananifini
Lisa Kraml
Myriam Kraml
Stina Kraml
Manufaktur Herzblut
TomMedicus
Michaela Meissl
Walter Meissl
Pachamama
Philosophisches Reisebüro
Maria Rauch
Gerlinde Richter-Lichtblau
Werner Richter
Laurin Richter
Daniela Maria Span
Andreas Stecher
Maria Vill

Sammlung Franz Lucke & friends:
Hap Grieshaber
Lotta Kalotta
Ioana Pisanska
Alex Roshé
Erich Ruprechter
marmuki
Simone Thurner


verschiedene Sparten:
Film, Fotografie, Literatur, Malerei, Objektbau, Performance, Musik


verantwortlich:
Wildwuchs-Gesellschaft für Wirklichkeitsphilosophie
Kontakt: Verein Interact
verein.interact@aon.at